3. Marburger Kurzdramenwettbewerb

November-20-2006

Im Frühjahr 2006 hat Theater GegenStand zum dritten Mal deutschsprachige AutorInnen aufgerufen, ihre selbstgeschriebenen, noch nicht aufgeführten Kurzdramen einzusenden. 130 Texte sind eingegangen – aus Deutschland, Österreich, der Schweiz. Anfang September haben sich meine Jurykollegen und ich auf drei gleichrangige Preisträger geeinigt.

Die Agentur für Arbeit und der Kaspar

Autor: Tim Marquart, Schwalmstadt | Regie: Inga Berlin

Endlich einmal ein authentisches Hartz-IV-Drama. Die Agentur für Arbeit verrät in deftigen Worten, was sie im Innersten zusammenhält, während sich ein zukunftsgewandtes Liebespärchen hoffnungsvoll liebt, beschimpft und verprügelt. Zum Glück gibt es noch den Kaspar, auf den man auch prima einschlagen kann. – Ein ironisch-bissiger, aggressiver Text mit viel Romantik und Happy End.

Unter Druck

Autor: Hans Suter, Zürich | Regie: Karin Winkelsträter

Baggerfahrer Bolli hat falsch gebaggert. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Aber alle meinen es gut mit ihm. Zu seiner eigenen Sicherheit wird er ruhiggestellt. Wenn sich die Gelegenheit bietet, darf er dann herhalten als Spielball verschiedener Interessen.

Wassertreten

Autor: Walter Landin, Mannheim | Regie: Pruniella Fuchs

Ein Kneipp-Movie in einem Akt – mit sieben Aufzügen und acht Ratschlägen. Wir lernen: Pfarrer Kneipp irrt nicht. Vier Wassertreter im Kneippbecken, wohlaufgehoben in ihren Ritualen, nutzen den realitätsfreien Raum, um ihre Erlebnisse, mehr oder weniger glaubwürdigen Alltagsbeobachtungen und Visionen loszuwerden.